Unterschriften gegen Bunkerabriss PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Robert Schwienbacher   

Foto: Wernet 2013Denkmalschützer und Fachleute gehen auf die Barikaden: In Aachen soll der Luftschutzbunker zwischen Rütscherstraße und Försterstraße einem Bauprojekt für Stadtwohnungen weichen.

Schon über 500 Unterschriften wurden für den Erhalt des Hochbunkers im Aachen auf change.org gesammelt.

Über das gut ausgebaute Netzwerk unter vielen Festungsforschern und geschichtlich engagierten Bürgern verbreitete sich die Nachricht innerhalb von Tagen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Hunderte von Kommentaren zeugen von regen Interesse an einer Erhaltung als Denkmal des Unerfreulichen.

Wie schwer es Denkmäler technischer Art haben, zeigt auch, dass der im benachbarten Lousberg-Park thronende - Drehturm auf dem Wasserturm wurde von der Lousberg-Gesellschaft als zu erhaltendes technisches Denkmal beim Oberbürgermeister der Stadt Aachen, Marcel Philipp, im März diesen Jahres angemahnt wurde. Trotz Schutzstellung begann hier der Umbau - was auch belegt, dass die Unterschutzstellung alleine je nach Ansinnen, nicht unbedingt ausreicht. Auch das Konzept dahinter oder besser danach - hier ein Büroturm, für den der Wasserbehälter bereits unwiederbringlich entfernt wurde - regelt entscheidend ob es zum Fassadendenkmal degradiert wird.

Fairerweise sollte man aber bedenken, dass ein sinnvoller Erhalt eines Denkmales, auch eine Nutzung beinhaltet - der reine "Nichtabriss" kann bei fehlender Nutzung oder ewigen Streit darum, sonst auch zum Zerfall des Objektes führen. Dabei hat der Hochbunker selbst, mit seinen meterdicken Betonwänden, jedoch gute Voraussetzungen einen langen Atem zu haben. Zumindest was die Kernsubstanz angeht. Alle Oberflächen sowie An- und Einbauten wären hingegen dem auch in Deutschland zunehmenden Vandalismus schutzlos ausgeliefert.
Foto: Wernet 2013
Das Thema des Nutzungskonzeptes scheint in der Försterstraße noch nicht gelöst und selbst Ansätze sind weder transparent dargestellt noch für den Normalbürger auffindbar. Hier lauert auch eine der "Schwachstellen" der gut gemeinten Petition: Liest man genauer nach, was man unterschreibt, wird im Gegensatz zum Einleitungstext einzig die Lousberger Höfe GmbH  dazu auserkoren, das fehlende Konzept zu erstellen. Die öffentlich in Zusammenhang mit Denkmalnutzung noch nicht in Erscheinung getretene GmbH spart mit Informationen über sich; selbst eine Internetseite existiert bei der letztes Jahr gegründeten "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" nicht. Irritierend wirkt auch das offiziell eingetragene Geschäftsziel "Immobilienerwerb". Rein der mangelnden Transparenz sind diese Fragen geschuldet, die auch durch weitere Informationen ein anderes Bild erscheinen lassen könnten.

 

Empfänger:
Stadt Aachen, Untere Denkmalschutzbehörde
Landschaftsverband Rheinland (LVR)
Lousberg Höfe GmbH

Der Hochbunker Försterstr in Aachen soll nicht für Stadtwohnungen weichen.
Deshalb fordere ich:
- dass die Stadt Aachen und ihre Untere Denkmalschutzbehörde die Abbruchgenehmigung revidiert.
- dass die Stadt Aachen, den Eigentümer und den Landschaftsverband Rheinland (LVR) den Bunker in die Denkmalliste aufnehmen.
- dass die Lousberg Höfe GmbH ein Nutzungskonzept entwickelt, das dem Denkmalwert dieses Hochbunkers gerecht wird.


Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
 


Gedenktafel (Foto: Schulten)Was leider ganz außer Sicht aller Beteiligten gerückt scheint, sind fachliche, städtplanerische Expertisen zum Gesamtensemble Aachen. Eine strenge Inventur aller erhaltenen Kriegsbauwerke mit Prüfung einer zu erhaltenen Menge, anschließende Konzeptentwicklung und Förderung durch Mittel seitens Stadt und Land würden solche Situationen wie heute in der Försterstraße erst gar nicht aufkommen lassen.

Laut Petition wurde seitens der Bezirksregierung die bereits "stark veränderte Substanz" als Abrissgrund angeführt. Der Initiator der Petition, Patrice Wijnands aus Karlsruhe, hingegen stellt die Integration als Leitbild für die Geschichtsbewältigung dar. Die Welten treffen sich irgendwo dazwischen, Denkmalschutz beinhalt unabdingbar ein (gutes) Nutzungskonzept und Abriss kann nicht generell der Weg von Geschichtsbewältigung sein. Gerade der hier stattgefundene Ungehorsam und die weit beachtete Kapitulation sind für die Stadt Aachen  ein wichtiges Stück Geschichte. Diese könnte erleb- und begreifbar für nachfolgende Generationen gemacht werden. Fragen nach "homogener Bebauung" und "erforderlicher Stadtreparatur" sollten dazu vielleicht doch etwas weiter hinten angesiedelt werden...

Fazit:

Erstens: Der Dreh- und Angelpunkt des Nutzungskonzeptes sollte zeitnah gelöst werden und auch damit Transparenz geschaffen werden.

Zweitens: Ein Abriss hingegen, seitens der Stadt Aachen nochmals sorgsam überdacht werden!

Und zuletzt die Anregung, Konzepte zwar zusammen mit dem Eigentümer jedoch losgelöst von Partikularinteressen zu entwickeln.

Wir danken ausdrücklich der "treibenden Kraft", die maßgeblich hinter der Öffentliuchkeitsarbeit für den Erhalt des Bauwerkes steht: Inge Wernet und Dieter Wernet Dipl. Ing. für die bereitgestellten Hintergrundinformationen und den aktuellen Fotos vor Ort!

Wir regen an, die Online-Petiton selbst zu studieren und sich ggf. einzutragen:

https://www.change.org/de/Petitionen/stadt-aachen-landschaftsverband-rheinland-lousberg-h%C3%B6fe-gmbh-der-hochbunker-f%C3%B6rsterstr-in-aachen-soll-nicht-f%C3%BCr-stadtwohnungen-weichen

Am Vorabend tagte das Institut (CRIFA) zum 153. Male und der Aachener Bunkerabrisses wurde thematisiert. Sowohl Petition und aktuelle Aufnahmen (Wernet) wurden am Beamer zur Diskussion vorgestellt.










Foto: Wernet 2013


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Foto: Wernet 2013

Alle Fotos: (c) WERNET 2013


 
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