Man sollte versuchen, auch England zu entdecken ! PDF Drucken E-Mail
Exkursionen
Geschrieben von: Michael Oehlrich   
Dienstag, den 06. Oktober 2009 um 21:30 Uhr

Festungsforscher und Liebhaber der „architectura militaris“ aus Deutschland sind bei ihren Erkundungen – nach meinen bisherigen Erfahrungen – in der Regel auf Frankreich, Italien, Belgien oder die Niederlande fixiert.

Wenn man sich – auch nur oberflächlich – mit der Geschichte Englands beschäftigt, so gelangt man ziemlich schnell zu der Erkenntnis, dass dieses Inselreich in Verlaufe der letzten 1000 Jahre fast ständig in Konflikte mit Ländern des kontinentalen Europas verwickelt war – und daher seine Südost- und Südküste zu einer der am stärksten befestigten Regionen Europas ausgebaut hat. Pragmatisch – wie unsere englischen Freunde nun mal sind – wurden daher auch Befestigungen aus allen Jahrhunderten in irgend einer Weise - bis in die Zeit des 2. Weltkrieges genutzt. So durchwanderte ich vor einigen Jahren ein altes normannisches „Castle“ an der Kanalküste und fand dort eingebaute, gut getarnte MG – Nester - zur Abwehr möglicher deutscher Invasionsversuche 1940.

The Redoubt Fort - in Harwich, Essex

 

Die alte Hafenstadt Harwich, an der gemeinsamen Mündung der Flüsse Stour und Orwell gelegen, stellt für manche Besucher des Inselreiches immer noch den Anfangspunkt ihrer Reise dar. Gut ausgebaute Straßen ins Inland verführen dazu, die fortifikatorischen „Feinheiten“ dieser Gegend zu übersehen. Das eigentlich wache Auge des Liebhabers der „architectura militaris“, müsste bereits auf der Fähre bemerkt haben, dass hier Entdeckungen möglich sind. Das beginnt schon weit vor der Küste: hier passiert die Fähre - in einigem Abstand - eines der „Maunsell-Sea-Forts“ - wie Bohrinseln aussehende Gebilde, welche unsere britischen Freunde zu Beginn des 2. Weltkrieges vor gefährdeten Küstenregionen - insbesondere auch vor der Themsemündung - errichteten.

Ihre Geschichte ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt.

Vor der Mündung - bzw. vor der Hafeneinfahrt bemerkt man an steuerbord (= rechts) vor dem Hafen von Felixstowe die kantigen, düster wirkenden Beobachtungstürme der „Darrell Battery“ und andere Anlagen. An der backbord Seite (=links) hingegen, der Seite von Harwich also, deutlich links von einem Leuchtturm (High Lighthouse) entdeckt man in den Dünen einige kantige Baulichkeiten, die ebenfalls auf Befestigungen hindeuten. Es handelt sich hierbei tatsächlich um die „Beacon Hill Battery“ (oder Fort), eine Anlage, die von 1889 bis 1956 militärisch genutzt wurde. Sie ist jetzt von einem ca. 2 m hohen Eisengitterzaun umgeben – hinter welchem sich zahlreiche interessante Bauwerke im Gebüsch verbergen.

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Die Anlage, über die hier kurz berichtet werden soll, ist von See her nicht sichtbar:

Erbaut wurde sie in den Jahren von 1808 - 1810 mit der Absicht, den Hafen und die umliegenden Küstenbereich - in Verbindung mit weiteren Batterien und einer Kette von „Martello-Türmen“ - vor einer möglichen Invasion durch Truppen Napoleons zu schützen. Dessen Truppenkonzentration um Boulogne wirkte für die Insel durchaus bedrohlich.

Der Hafen selbst war ein wichtiger Ankerplatz mit einer Werft für die englische Flotte.

Rundbauten für Verteidigungszwecke hat es in nahezu allen historischen Bauperioden gegeben. Dieses Bauwerk hat jedoch etwas Besonderes: Lediglich das obere Stockwerk ragt etwas aus dem umgebenden Wall - und stellt somit, insbesondere von See her, ein kaum auszumachendes Zielobjekt für Schiffsartillerie dar. Insgesamt sind drei solcher Anlagen gebaut worden, diese liegt als einzige nordöstlich der Themse. Das bei Dymchurch gelegene Redoubt Fort wird immer noch von der Armee verwaltet. In der Eastbourne Redoubt befindet sich ein kleines Militärmuseum.

Sie sollten eine längere Belagerung aushalten können, galten zur Zeit ihrer Erbauung als „bombensicher“ - „bomb-proof“ und verfügten selbst über eine beachtliche Feuerkraft.

 



 
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