Die Kasematte nach Mougin PDF Drucken E-Mail
Geschichte
Geschrieben von: Michael Oehlrich   
Sonntag, den 07. Februar 2010 um 20:27 Uhr

Kasematte nach Mougin - Fort de CondeLa casemate du Commandant Mougin

Die Kasematte nach Mougin – eine Besonderheit in der französischen Festungsbautechnik

Man findet sie in einigen Forts oder Batterien im Westen Frankreichs. Einige dieser raren Bauwerke konnten wir besichtigen.

Seit es Befestigungsanlagen gibt, war es stets das Bestreben, wertvolles Geschützmaterial so auf zustellen, dass es einerseits einen Angreifer wirksam stören oder bekämpfen konnte, anderseits aber auch vor einem Beschuss eines  Angreifers hinreichend sicher war. So wurden Geschütze schon sehr frühzeitig hinter Scharten oder in beschusssicheren Kasematten aufgestellt. Mit zunehmender Präzision und Reichweite der Geschütze im 19. Jahrhundert wurden neue Konzepte erforderlich.


So entstanden zunächst bei den Marinen Englands und Frankreichs die ersten so genannten Panzerschiffe, auf denen zumindest ein Teil der schweren Geschütze hinter gepanzerten  Bordwänden aufgestellt wurden. Es waren dies  in Frankreich die „Gloire“ (1859 vom Stapel gelaufen), in England neben anderen die HMS Warrior (1860), beides so genannte Breitseitpanzerschiffe. Die „Warrior“, vollständig aus Eisen gebaut, kann heute noch im Hafen von Portsmouth besichtigt werden.

Vorher bereits – während des Krimkrieges (1853 – 1856) - hatten sich schwimmende „Panzerbatterien“ in Gefechten mit russischen Befestigungen durchaus bewährt.

Es war daher nur folgerichtig, Panzerungen auch für die Geschütze der Landbefestigungen zu entwickeln. So wurden in den 60er und 70 er Jahren des 19. Jahrhunderts in  mehreren „Palmerston – Forts“ in England die  schweren gezogenen Vorderlader – die rifled muzzle loaders  (RML) – in Kasematten aufgestellt, deren Scharten mit Granit umkleidet waren und deren Öffnung durch schwere Panzerplatten geschützt wurden.(Beispiele: Hurst Castle – oder Landguard Fort, auch Spitbank Fort -  und andere)

Auch in Deutschland – bzw. in Preußen - blieb man in diesem Bereich nicht untätig und entwickelte Panzerungssysteme, die mit den Namen Schumann, Gruson und Krupp eng verbunden sind.

 

Natürlich spielte auch Frankreich in diesem „Konzert“ der europäischen Mächte mit. Das zweite Panzerungssystem für Festungsanlagen, das im Frankreich entwickelt und installiert wurde, ist die so genannte Mougin - Kasematte.

Es handelt sich hierbei um eine gepanzerte Kasematte mit einer Minimalscharte, welches der Ingenieur–Offizier Henri Mougin Mitte der 70 er Jahre entwickelt hatte. Die innere Breite einer solchen Kasematte liegt bei 6,4 m, ihre Länge bei 7,5 m. Die Stärke der gemauerten Seitenwände beträgt 1,5m. Hinter dem Deckenpanzer befindet sich ein an die Oberfläche führender Kamin für die Entlüftung.

Wesentliche Bauelemente waren:

> ein vierteiliger Deckenpanzer aus Hartgußsegmenten, Gewicht ca. 42 t.,

> ein Vorpanzer, Gewicht ca. 22 t.,

> eine Minimalscharte, Gewicht ca. 10 t.,

> ein vertikal beweglicher, eiserner Verschlussblock, Gewicht 7,5 t, welcher die 35 x 40 cm messende Schartenöffnung verschließen konnte. Insgesamt also rund 80 t Eisen. In der Kasematte befinden sich zu beiden Seiten Kurbeln, die über Ketten und einem Untersetzungsgetriebe den Verschlussblock auf und ab bewegen konnten.

Durch eine spezielle Sicherung konnte verhindert werden, dass das Geschütz bei geschlossener Scharte abgefeuert wurde.

 

 

Mougin Kasematte Fort des Ayvelles (Foto: I.Schenk)Das Ganze ruht auf einem massiven gemauerten Fundament. Über dem Deckenpanzer liegt eine Betonschicht aus nicht armiertem Beton, darüber eine mehrere Meter dicke Erdaufschüttung.

Bei dem Geschütz handelte es sich in der Regel um eine lange 15,5 cm Kanone, System de Bange, Modell 1877. (Nach anderen Angaben –Modell 1883)

Bei einem Geschoßgewicht ca. 40 kg  betrug deren Reichweite rund 9000 m.

Das Geschütz selbst ruhte in einer speziellen massiven Kasemattenlafette auf Eisenrädern, die mittels einer Eisenstange und einem massiven Bolzen mit der Frontmauer verbunden war, um den Rückstoß zu verhindern. Die Richtbereiche waren stark begrenzt. Die Seitenrichtung erfolgte mittels einer halbkreisförmigen Schiene, auf welcher die Lafette bewegt werden konnte.  Der Seitenrichtbereich lag bei etwa 60°, der Höhenrichtbereich zwischen  –5°

und  + 8° ( oder bis zu +20° -  unterschiedliche Angaben zufolge).

Damit war der Wirkungsbereich dieses schweren Geschützes deutlich eingegrenzt.

Arbeitsweise:

> Richten des Rohres – die Schartenöffnung ist durch den Verschlussblock verriegelt

> Laden – Geschoss und Kartusche getrennt

> Abfeuern (elektrisch) – wenn der Verschlussblock die Öffnung vollständig frei gibt.

 

Insgesamt wurden nur 10 solcher Kasematten in Forts oder Batterien installiert. Ihre Aufgaben bestanden in erster Linie darin, wichtige Bahnlinien, Straßen oder Kanäle zu kontrollieren.

Schon vor dem 1. Weltkrieg wurden in mehreren Anlagen die Rohre ausgebaut. Das französische Oberkommando hatte neue Verteidigungskonzeptionen entwickelt, wonach im Falle eines deutschen Angriffs die Verteidigung des Landes in unmittelbarer Grenznähe zu erfolgen hatte.



 
Copyright © 2009 CRIFA
Institut f����¯�¿�½���¯���¿���½����¯�¿�½������¼r Festungsarchitektur
Start Grundlagen des Festungsbaus Die Kasematte nach Mougin
porno indir Porno izle Travesti Porno Porno indir seks hikayesi escort bayan escort istanbul