Was ist denn ein „Festungsrayon“? PDF Drucken E-Mail
Geschichte
Geschrieben von: Michael Oehlrich   
Sonntag, den 28. Februar 2010 um 09:54 Uhr

Rayonstein der Festung Köln (Festungsrayon FR 28)Von Besuchern des Festungsmuseums wird zuweilen die Frage gestellt:

Was ist denn ein „Festungsrayon“?

Eine umfangreiche Erklärung dazu finden wir im Meyers Konversationslexikon. Wir haben sie - stark gekürzt – etwas abgeändert zusammengefasst.

Es ist die bis zu gewissen Grenzen reichende nächste Umgebung permanenter Befestigungen, innerhalb derer die Benutzung des Grundeigentums gesetzlichen Beschränkungen unterliegt – damit die Schusswirkung der Verteidiger nicht beeinträchtigt werden kann und ein möglicher Angreifer nicht begünstigt werden kann.

Für das damalige Deutsche Reich sind diese Beschränkungen durch ein spezielles “Rayongesetz“ aus dem Jahre 1871 festgelegt.

Darin werden drei Rayons bestimmt. Der erste reicht vom gedeckten Weg einer Festung bis auf 600m, der zweite weitere 375 m und der dritte noch weitere 1275 m – sodass der Rayon eine Gesamtbreite  von 2250 m hat.

Detachierte Forts haben keinen zweiten Rayon – damit reicht der Rayon bis auf 1650 m.

Im gesamten Festungsrayon dürfen alle Änderungen im Gelände (Baumassnahmen) nur mit Genehmigung der Festungskommandantur erfolgen.

Im 2. Festungsrayon sind Massivkonstruktionen von Mauerwerk mehr als 30 cm über und Gewölbebauten in der Erde unzulässig, Häuser und Kellereien dürfen in Holz- oder leicht zerstörbarer Eisenkonstruktion (Fachwerkausmauerung) (bis) 13 m hoch gebaut werden. Im 1. Rayon dürfen Gebäude nur aus Holz oder leicht zerstörbaren Eisenkonstruktionen, ohne Keller bis 7m hoch, mit Holz, Pappen, Zink oder Schieferdach erbaut werden. Hölzerne Windmühlen sind bis 300 m vor der Festung gestattet. Lebendige Hecken sind unzulässig.

Alle dauernden und vorübergehenden Veränderungen  der Erdoberfläche bedürfen der vorherigen Genehmigung oder der Anzeige an die Kommandantur.

Eine Entscheidung erfolgt endgültig durch die Reichs – Rayonkommission, in der alle Staaten (Bundesstaaten) in deren Gebieten Festungen liegen, vertreten sind.

Die Kommandanturen sind behufs Kontrolle befugt, Zutritt zu allen Privatgrundstücken im Festungsrayon zu verlangen.

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Ein Festungsrayon wurde durch so genannte Rayonsteine - aus Granit oder Basalt –abgegrenzt. Für die Festung Köln wareneinige hundert, die meisten davon sind verloren gegangen.

Die Maße waren teilweise unterschiedlich:

Gesamtlänge:                        90 - 100 cm

davon im Boden:                    50 - 60 cm - bei einer Kantenlänge von 30 x 30 cm.

Maße über Bodenniveau:              40 cm

Am Boden betrugen die Kantenlängen 25 x 25 cm und verjüngten sich auf 20 x 20 cm.

In jedem Stein waren  eine Nummer  und die Buchstaben FR – für Festungsrayon -eingemeißelt.

Zwei solcher Steine werden im Kölner Festungsmuseum ausgestellt.

 

Finder solcher Steine werden gebeten, die Fundorte dem Institut für Festungsarchitektur zu melden
(Info-Seite).

 

Quelle:

Meyers Konversationslexikon, 6. Band, vierte Auflage, Leipzig & Wien, 1890

 
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