Mörser - Steilfeuerkanonen PDF Drucken E-Mail
Geschichte
Geschrieben von: Michael Oehlrich   
Freitag, den 19. März 2010 um 11:18 Uhr

Mörser vor dem Bensberger SchlossVier kleine preußische Mörser – also kurzrohrige Steilfeuerkanonen - umgeben ein „Heldendenkmal“ des Krieges von 1870/1871 vor der der ehemaligen Kadettenanstalt, dem heutigen Schlosshotel in  Bensberg.

Mörser sind Steilfeuerkanonen; sie können sowohl zur Verteidigung als auch zur Belagerung von Festungen  verwendet werden. Ihre Reichweite liegt – je nach Höhenrichtung, Kaliber und Ladung zwischen ca. 300 und einigen tausend Metern.

Ihr besonderer Vorteil besteht darin, dass sie, bedingt durch ihren steilen Einfallswinkel, einen Gegner in seiner Deckung treffen und zusätzlich auch außerordentlich zerstörerisch wirken können.

Mörser dieser Art könnten auch in dem einen oder anderen Fort des inneren Festungsgürtels – z. B. in den Forts  IV oder X – in den so genannten Mörserbatterien an den Spitzen - gestanden haben. Ein  ähnliches Modell findet man auch in der Studiensammlung der WTS in Koblenz.

Diese gusseisernen Mörser haben eine Gesamtlänge von 72 cm, ein Kaliber von 23 cm und eine Wandstärke an der Mündung von 10 cm. Die innere Rohrlänge betrug vermutlich 60 cm; die Rohre sind glatt – haben also keine Züge - und wurden von vorne geladen. Die innere Füllung der Rohre besteht derzeit – wie so üblich in Deutschland – aus Müll.

Es handelt sich hierbei – nach. H. Mehl - um preußische 25-Pfünder Belagerungsmörser C 40. Es waren die letzten glatten Vorderlader, die für die preußischen Festungs- und Belagerungsartillerie beschafft worden waren. Als Kaliber haben wir 23 cm gemessen.

 

Alle vier Mörser wurden in der Geschützgießerei in Berlin - Spandau produziert.

Beschriftung:

Nr.  8 Spandau 1863

Nr. 175 Spandau 1870

Nr. 401 Spandau 1878            und

Nr. 411 Spandau 1878.

 

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Bei Mummenhoff werden sie als „glatte 23 cm Mörser“ bezeichnet. Mit ihrer größten Schwarzpulverladung von 1,17 kg und einer Rohrerhöhung von 30° verschossen sie ein ca.

30 kg schweres Geschoß bis auf eine Entfernung von ca. 1350 m. In der älteren Literatur werden diese Geschosse als „Bomben“ bezeichnet. Auch Mörser dieser Art gingen 1870/1871 mit „ins Feld“. Erstaunlich ist, dass solche kurzen Mörser  noch bis Ende der 70 er Jahre produziert worden sind.

Bei H. Mehl, auf Seite 65,  wird das Kaliber mit 21 cm angegeben. Offensichtlich gab es, bei der Vielzahl der damals vorhandenen Modelle, beide Kaliber. In dem Aufsatz  von H. Jäger „Die preußischen und deutschen Festungswaffen im 19. Jahrhundert“ findet man in der Abb. 6 (Tabelle) neben dem 23 cm Mörser einen 21 cm Mörser C 71 – allerdings mit einer Rohrlänge von 2,0 m - somit ein deutlich anderes und neueres Modell. Im Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage,  finden wir eine Abbildung eines kurzen gezogenen 21 cm Mörsers für die Belagerungs- und Festungsartillerie – vermutlich auch ein Nachfolgemodell.

Hier sind auf jeden Fall weitere Recherchen erforderlich.

Die glatten Mörser wurden dann später durch die gezogenen 21 cm Hinterladermörser C 82 ersetzt.



 
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