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Geschrieben von: Rahel Willhardt   

Nettersheim Archäologie AusgrabungscampIn Nettersheim können Hobbyarchäologen mithelfen eine römische Siedlung freizulegen.

„Da läuft mir ein echter Schauer über den Rücken, wenn jemand etwas findet, was ein Römer um Christi Geburt in der Hand hatte“, begeistert sich Andrea über einen Würfelfund, den sie vergangenen Sommer im Ausgrabungscamp Nettersheim/Eifel miterlebte. „Die Geschichte wird damit echt und greifbar – bleibt nicht so entrückt, wie in Büchern.“

 

 

Erstaunt war die Hobbyarchäologin, als sie im Mai  2011 das Angebot zum Ausgrabungscamp auf der Webseite des Naturzentrums Eifel entdeckte. An Kursen zur Sammlung und Bestimmung von Fossilien hatte sie mehrfach teilgenommen – aber Ausgrabungshilfe ist meistens Archäologiestudenten vorbehalten. Doch die Gemeinde Nettersheim entschied bewusst: Interessierte Bürger dürfen helfen, den verschütteten Vicus zu bergen. Der Verdacht einer verborgenen römischen Siedlung schwelte, seit Bonner Archäologen vor etwa 100 Jahren den Heidentempel „Görresburg“ in der Nähe fanden. Doch erst 2009 wurde die Gemeinde mit Grabungsleiter Dr. Salvatore Ortisi, Universität Köln, aktiv. Und so kam es, dass insgesamt 26 Laien und 16 Fachstudenten mit anpackten, um verborgene Strukturen von Streifenhäusern nebst angrenzender Römerstraße freizulegen. Drei Tage dauern die Ausgrabungskurse in der Regel, rund 200 Euro kostete die praktische Einführung in die Archäologie.

Doch bevor die Ausgrabungshelfer mit Kniekissen und Hacke in die bereits 50 cm abgetragenen Erdgruben gingen, wurden wichtige Fragen geklärt: Wer gräbt wo und mit wem? Wie werden Funde gesichert? Was darf man keinesfalls tun, um historische Spuren nicht zu verwischen? Erst dann bekam jeder Teilnehmer „seine“ Ausgrabungsstelle zugeteilt.  Dass die Gruppe exakt entlang der verschütteten Mauern graben konnte, ermöglichte die zuvor durchgeführte geomagnetische Messung. Deren Signale ermittelten Bodenverdichtungen, die den alten Stadtgrundriss ergaben, ohne auch nur einen Krumen Erde zu bewegen.

Eigentlich ist die Grabungsarbeit stupide, aber die Aussicht, auf etwas Besonderes zu stoßen macht den Nervenkitzel aus. Auf belangloseres wie Tierknochen oder winzige Scherben stößt man häufig, Ausgrabungshighlights wie Münzen, Schmuckstücke oder ein Messer sind die seltenen und begehrten Ausnahmen. Dank der bisherigen Funde rekonstruierten Altertumsforscher bislang, dass der Nettersheimer Vicus rund 350-Einwohner hatte und metallverarbeitender Handelsstandort mit Versorgungsfunktion für Colonia war. Allerdings: An den Interpretationen der Ausgrabungen dürfen Laien leider nicht teilnehmen – dazu sind die Auswertungen schlicht zu zeit- und fachintensiv. Doch im Juli können ambitionierte Sucher wieder die Spitzkelle in die Hand nehmen, um ein kleines Stück verschüttete Geschichte in Nettersheim auszugraben (www.nettersheim.de).

In Nettersheim können Hobbyarchäologen mithelfen eine römische Siedlung freizulegen.

Bericht: Rahel Willhardt
Fotos: Angelika Weissleder

 
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